Peter Schober jun.
23. Januar 2016
Jutta Seifert
23. Januar 2016
Zeige alle

Anton Schweth

LH_Profilbild_Schweth

Anton Schweth

geboren 1913 in Paderborn,
gestorben am 25. Oktober 1998 in Wuppertal

Als der Pfarrer Anton Schweth am 25. Oktober 1998 85-jährig gestorben war, erinnerte sich sein Mitbruder, der Pfarrer von St. Antonius, Theodor Löckenhoff: „Noch am Tag vor seinem Tod hat Toni kirchliche Dienste ausgeführt. Er war Zeit seines Lebens ganz und gar Seelsorger und väterlicher Freunde.“

Lebensauftakt
Am 15. Mai 1913 in Paderborn geboren, wurde Anton Schweth am 24. Februar 1950 im Kölner Dom von Joseph Kardinal Frings zum Priester geweiht. Zwei Jahre arbeitete er als Priester im Franz-Sales-Haus in Essen, dann zog er nach Wuppertal und diente gut 46 Jahre seiner fast 49-jährigen Priesterzeit den Barmer Christen.

Menschenfischer
Besonders bekannt war Toni Schweth wegen seiner 40 Jahre andauernden Aufgabe als Krankenhausseelsorger im Petrus-Krankenhaus an der Carnaper Straße, die er mit Güte und Verständnis wahrnahm. Seine Menschenfreundlichkeit fand auch beim Religionsunterricht in den Schulen und in der Gemeinde St. Antonius Anerkennung und Dankbarkeit. Toni Schweth begleitete über Jahrzehnte die Pilger auf ihrer jährlichen Wallfahrt nach Neviges und organisierte in den Sommerferien Wanderungen in der Region. Mit dabei seine Gitarre, so dass er Wanderlieder anstimmen konnte.

Wegbegleiter
Karlernst Schönherr vom Katholikenrat: „Seinen jüngeren und älteren Begleitern erschloss er die Schönheiten der Schöpfung und den Sinn für Weggemeinschaft mit Christus. Mit Wort und Gitarre verkündete er die Botschaft vom menschenfreundlichen Gott in der Gemeinde, in Schule und Krankenhaus.“

Sehen, ohne zu sehen
Trotz Sehschwierigkeiten, die ihn fast erblinden ließen, war Pfarrer Schweth, vom Papst zum Erzbischöflichen Rat ernannt, bis zuletzt aktiv. Unvergessen sind die von ihm geführten Pfarrwallfahrten zu Fuß von Barmen nach Neviges, selbst als das Augenlicht merklich abgenommen hat.

Der Jugend zugewandt
Besondere Aufmerksamkeit schenkte er der Jugend: Seine Wohnung am inzwischen aufgelassenen Friedhof an der Soldauer Straße (heute Park der Rehabilitationsklinik Carnaper Straße) war beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

Trotz seines hohen Alters bewahrte sich der Priester eine jugendliche Denkweise und konnte mit seinen lebensnahen Predigten überzeugen. Mit der Familie, der Gemeinde St. Antonius, dem Stadtdekanat Wuppertal, den Kliniken St. Antonius trauerten die Schwestern im Petrus-Krankenhaus um ihren priesterlichen Freund und Begleiter.

Verlust
In Toni Schweth verlor die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) ihren Präses. KAB-Vorsitzender Werner Zimmermann, der als Wanderführer in Schweth’s Fußstapfen getreten ist: „Generationen prägte der beliebte Priester, weil er es wie kaum ein zweiter verstand, die frohe Botschaft im besten Sinne des Wortes spielerisch zu verkünden.“

Letzte Ruhe
Seine letzte Ruhe fand Toni Schweth am 30. Oktober 1998 auf dem Friedhof an der Liebigstraße. Die feierlichen Exequien zelebrierte Weihbischof Dr. Klaus Dick, Löckenhoffs Vorgänger als Pfarrer von St. Antonius. Dr. Dick erinnerte sich an einen Religionsunterricht, der rund 25 Jahre zurück lag, als Kinder nach Heiligen gefragt wurden. „Da fiel der Name Toni Schweth!“ Ein Beleg für das vorbildhafte Benehmen des Verstorbenen. Theo Löckenhoff wagte damals einen Ausblick: „Wir vergessen nicht sein Engagement und seine Motivationsfähigkeit und werden Toni Schweth nicht vergessen. Viele Dienste, die er noch im hohen Alter geleistet hat, werden nicht zu ersetzen sein.“

Ab 17. Januar 2009 Straßenname als Zeichen der Erinnerung
Der „Heilige“ Tony Schweth ist nicht vergessen
Nach Adolph Kolping ist Anton Schweth (15. Mai 1913 – 25. Oktober 1998) erst der zweite katholische Priester, nach dem in Wuppertal eine Straße benannt wurde. „Ohne Diskussion und in der zuständigen Bezirksvertretung einstimmig,“ bemerkte der Barmer Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke vor der Enthüllung und mit Blick auf die Diskussion der letzten Wochen um einige Schauspieler. Er überbrachte die Grüße der Stadt Wuppertal, von Oberbürgermeister Peter Jung und der Bezirksvertretung Barmen und hob die Nächstenliebe und das ständige Wohlwollen des „vorbildlichen Pfarrers“ hervor, dem ein gutes Gedenken zusteht.
Einer katholischen Tradition folgend war Anton Schweth sein Namenstag wichtiger als der Geburtstag.

Der 17. Januar 2009 war denn auch das würdige Datum, die bisherige Soldauer Straße (zwischen Kirmesplatz Carnaper Straße und Reha-Park) in Anton-Schweth-Weg umzubenennen. Diesen Weg entlang des vor 40 Jahren entwidmeten Friedhofes ist der vor zehn Jahren verstorbene Krankenhaus-Seelsorger oft mehrmals am Tag gelaufen. Legendär sind seine Namenstagsfeiern nach dem Motto „Ich spendiere eine gebratene Sau (Spanferkel), damit alle etwas davon haben“. „Unser Tony,“ so Pfarrgemeinderatsvorsitzender Werner Zimmermann, „wohnte oberhalb des Friedhofes, wo sich heute der Kindergarten „Pünktchen und Anton“ befindet. Kinder und Jugendlichen war Schweth besonders zugewandt. Deshalb ertrug er die zahlreichen Feten, die in seinem Haus veranstaltet wurden. Mit seiner Gitarre gab er den Kleinen kostenlosen Musikunterricht. Geprägt von seinem tiefen Glauben und seiner Menschlichkeit, taufte er Kinder, traute Paare, begleitete Sterbende und gab Verstorbenen Gottes Segen. „Tony fühlte sich betroffen, wenn er von Scheidungen hörte“, erinnert Zimmermann. Anton Schweth war in Barmen eine Priesterpersönlichkeit und wurde wegen seiner klaren Biografie wie ein „Heiliger“ verehrt. Eigentlich immer Kaplan, verlieh man ihm die Titel „Pfarrer“ und zuletzt „Erzbischöflicher, Geistlicher Rat“, „ohne Erhöhung der Bezüge“, wie Schweth lächelnd bemerkt hat. Die Kliniken St. Antonius waren Schweths bevorzugter Wirkungskreis. Er hat nicht mehr erlebt, dass die vor zehn Jahren eröffnete Reha-Klinik den Friedhof in einen Erholungspark der Sinne umgestaltet hat. „Ein Garten des Lebens“, sagt Geschäftsführer Michael Kaufmann und freut sich mit Prälat Michael Haupt und der Gemeinde St. Antonius, dass so viele Menschen „Tony“ in ihren Herzen bewahren: „Die Erinnerungen an die Autorität, Vertrauensperson, den KAB-Präses, Ratgeber und Kameraden, sind gut und positiv, weil er Menschen christlich geprägt hat.“

Klaus-Günther Conrads 30.05.2008, 17.01.2009

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

WP-Backgrounds Lite by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann 1010 Wien