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23. Januar 2016
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Pseudonym Edsebest

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Pseudonym Edsebest


Abenteuer „Holländische Grenze“

Es war im Herbst 1963 in Kassel war Herbst Messe. Seinerzeit noch auf dem alten Messeplatz an der Fulda, gegenüber dem Haus der Jugend. Man traf sich an der Cortina, – oder an der Raupenbahn. Mein Bruder Erich war damals mit seinem Freund Peter in einer Clique. Erich, mein Bruder war 15 j. und ich 18 j. An diesem Abend war Peter mit seiner kleinen Freundin da. Die beiden waren total verliebt und hatten damit offensichtlich ein Problem zu Hause mit den Eltern. Wie sich heraus stellte, hatten Sie vor von zu Hause auszureisen und wollten nach Holland. Dort hatte Peter eine Tante wo Sie hin wollten. Nun ging es darum, wie kommen die beiden nach Holland.

Ich war damals grad ein ¾ Jahr in Besitz meines Führerscheins und hatte einen

600 ccm Prinz 2. Wir waren zum einen heiß aufs Autofahren und so ein kleines Abenteuer… Wenn man dann noch einem Freund helfen konnte. Mein Bruder war sofort mit Feuer und Flamme dabei. Ich zunächst noch nicht. Ließ mich aber dann doch überreden, da Peter und seine Freundin mir das Benzin zahlen wollten.

Nun galt es zunächst einmal pünktlich zu Hause zu sein. Wir waren an diesem Abend bereits um 21 Uhr zu Hause und gingen auch bald schlafen…. angeblich.

Nun mussten wir nur noch abwarten bis unsere Eltern ins Bett gingen und dann verließen wir unser Schlafzimmer (Erdgeschoss) durchs Fenster. Mit Peter und seiner Freundin hatten wir einen Treffpunkt ausgemacht am Hauptbahnhof zwischen 23 und 24 Uhr. Sollten wir dann nicht da sein fiel die Aktion ins Wasser. Ok, wir konnten unbemerkt verschwinden und sammelten die beiden Ausreißer am Bahnhof ein. Nach Holland ca. 300 KM fuhr man damals

Überwiegend auf Landstraßen. Kassel – Calden -Warburg – Paderborn und dann auf der B1 ums Ruhrgebiet. Es lief auch alles ohne Zwischenfälle. Kurz vor der holländischen Grenze setzten wir die beiden in einem Waldstück ab, wünschten Ihnen viel Glück, alles Gute und traten den Heimweg an.

Auf dem Rückweg begann dann unsere „Pechsträhne“ dadurch, dass wir den Wagen vollbesetzt mit 4 Personen ganz schön „geheizt“ hatten und wir nun möglichst vor Morgengrauen wieder in Kassel sein wollten gab ich richtig Gas… Dies hatte allerdings zur Folge, dass mein Motor irgendwo auf einer Autobahn im Ruhrgebiet den Geist aufgab. Zum Glück schafften wir es grad noch auf einen Parkplatz. Nach einer kurzen Schadensaufnahme wurde uns klar, mit dem Wagen kommen wir nicht mehr nach Kassel. Was tun???

Wir schauten uns auf dem Parkplatz um und fanden auch einen LKW der nach Kassel fuhr und, der uns mitnahm.

Unser Pech war allerdings, dass dieser LKW schwere Eisenträger geladen hatte und die Berge allenfalls im Schneckentempo hoch kroch… Nun der Zeiger der Uhr rückte langsam auf die sieben und wir konnten uns schon geistig vorstellen was nun zu Hause passieren würde. Unser Vater würde ins Zimmer kommen um uns zu wecken, jedoch beide Betten leer vorfinden. Aber darauf komme ich dann später zurück. Irgendwann gegen halb 10 am nächsten Morgen waren wir dann in Kassel. Wir schlichen uns in die Firma unseres Vaters, ich war ja dort Lehrling zu der Zeit. Ich konnte dann einen befreundeten Arbeitskollegen überreden uns sein Auto auszuleihen damit wir meinen Wagen abschleppen konnten. Das ging auch alles heimlich über die Bühne, von meinem Vater war weit und breit nichts zu sehen.

Wenn schon mal was schief läuft, dann richtig. Es war kurz vor Paderborn, eine bergige, kurvenreiche Strecke, die LKW – Fahrer nannten diesen Abschnitt „die lange Nacht“. Ich kam um eine Rechtskurve, als unmittelbar vor mir eine englische Militärkolonne mit überbreiten Fahrzeugen auftauchte. Es war auch kein Vorausfahrzeug unterwegs um den Verkehr zu warnen. Ich versuchte mein möglichstes, einem engl. Schützenpanzer mit Luftbereifung auszuweichen der zu einem drittel auf der Gegenfahrbahn fuhr, konnte es aber nicht verhindern, dass ich sein Rad, mit der hinteren Tür streifte. Nun stellte sich kurz die Frage, anhalten oder weiter fahren? Wir entschieden uns fürs weiterfahren (genau, genommen war das Fahrerflucht. Ist ja schon längst verjährt zumal ich auch nicht unbedingt schuld war), da wir aber außer an unserem Fahrzeug nicht weiter bemerkt hatten und dem ganzen „ Procedere“ mit Militärpolizei aus dem Weg gehen wollten gab ich Gas…

Im Ruhrgebiet angekommen, hingen wir mein Auto an und mein Bruder steuerte (ohne Führerschein) mein defektes Auto nach Kassel.

In Kassel angekommen, uns war gar nicht wohl zumute, sollte das Desaster noch viel schlimmer werden. Zum einen mussten wir den Blechschaden unserem Freund beichten, der war zwar Autoschlosser und konnte es selbst richten, aber bezahlen musste ich es dennoch.

Er war zwar nicht erfreut, aber nahm es gelassen hin. Schlimmer wurde dann die Rückmeldung bei meiner Mutter, die auch in der Firma tätig war und uns anstarrte als kämen wir von einem anderen Stern….

Er war zwar nicht erfreut, aber nahm es gelassen hin. Schlimmer wurde dann die Rückmeldung bei meiner Mutter, die auch in der Firma tätig war und uns anstarrte als kämen wir von einem anderen Stern…. Wo kommt Ihr denn her??? Ich denke Ihr seid an der holländischen Grenze!!! Uns wurde heiß und kalt, nun verstanden wir gar nichts mehr, woher wusste Sie etwas von Holland???

Die Aufklärung folgte auf dem Fuß. Unser Vater bekam in der früh einen Anruf von einer holländischen Grenzstation, dass sich sein Sohn in Begleitung seiner Freundin, dort in Gewahrsam befände und er solle Ihn doch bitte abholen.

Da hatte das „Schlitzohr“ Peter sich als mein Bruder ausgegeben, nachdem Sie von der Grenzpolizei aufgegriffen wurden. Irgendwelche Papiere hatten die beiden Ausreißer nicht dabei.

Mein Vater, in dem Glauben, die Polizei hätte meinen Bruder festgenommen setzte sich ins Auto und wollte die beiden in Holland abholen. Das ganze klärte sich dann erst auf, als Ihm statt sein Sohn Erich, Peter nebst Freundin gegenüber stand. Die Grenzpolizei übergab dann nach Telefonaten mit den richtigen Eltern die beiden Ausreißer unserem Vater zu treuen Händen.

Das Wiedersehen in Kassel wurde dann richtig „lustig“ neben dem Schaden am Auto meines Freundes, hatte ich auch noch einen Austauschmotor für mein Auto zu zahlen und da kannte mein Vater kein Pardon, entsprechende Prügel und Stubenarrest für uns beide, damals warst du erst mit 21 volljährig, waren die Folge.

Im nach hinein bekam mein Vater noch Stress mit den Eltern des minderjährigen Mädchens, da stellte sich nämlich heraus, dass diese zu Hause noch Geld hat mitgehen lassen und mein Vater hätte seine Aufsichtspflicht verletzt. Mein Vater machte dann aber eine Gegenrechnung auf, mit den Kosten die auf seiner Seite angefallen waren. Die dann auch sogar von Peter`s Eltern und den Eltern des Mädchens zum Teil beglichen wurde.

Ich denke, diese Aktion war mir eine Lehre! Ich habe in meinem weiteren   Leben nie wieder so einen Blödsinn gemacht.

© Pseudonym Edsebest

1 Kommentar

  1. Lebenshimmel sagt:

    test

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